Großes Kino
Cool. Endlich hält man ihn in den Händen: den neuen Camcorder. Das Ding hat alles drauf, was man sich nur so wünschen kann. Full-HD-Auflösung für knackig scharfe Filme, Bildstabilisator gegen Wackelbilder und ein super Mikro für glasklaren Ton. Für ein perfektes Familien- und Urlaubsvideo kann da nicht mehr viel schiefgehen. Denkste! Eine Videokamera kann noch so gut sein, wer nicht damit filmen kann und kein bisschen Ahnung von der Technik hat, wird mit seiner supertollen Kamera schnell die Freude verlieren. Denn Filmen will gelernt sein. Aber keine Angst: Man muss nicht gleich an der Filmhochschule inskribieren – mit ein paar einfachen Tipps und Tricks gelingen auch Hobbyfilmern geniale Filme. Allesdigital.at sagt Ihnen die zehn wichtigsten Regeln.
Erste Vorbereitungen
Regel Nummer 1: Studieren Sie das Handbuch. Bevor Sie mit Ihrem Camcorder in den Urlaub fahren, sollten Sie sich unbedingt mit dem Gerät vertraut machen. Wer im entscheidenden Moment den Aufnahmeknopf suchen muss, hat hinterher die besten Szenen verpasst. Deshalb: Handbuch auspacken und alle Kapitel eingehend studieren. Am besten, Sie probieren alle beschriebenen Funktionen gleich direkt am Gerät aus. Dann haben Sie schon mal die Technik verstanden und die wichtigsten Steuerknöpfe intus. Bevor es dann ans Eingemachte geht, unbedingt ein paar Probeaufnahmen machen. Testen Sie die Cam dabei auch bei verschiedenen Lichtverhältnissen – und schon sind Sie ein ganzes Stück weiter.
Überlegen Sie sich, was Sie erzählen möchten
Regel Nummer 2: Sie brauchen eine Idee. Haben Sie die Technik verstanden, kann es losgehen. Aber: Überlegen Sie vor dem Dreh, was Sie erzählen wollen. Möchten Sie den ganzen Urlaub dokumentieren oder eine kleine Geschichte erzählen, bei der zum Beispiel Ihr Nachwuchs die Hauptrolle spielt? Auch ein Urlaubsfilm muss nicht immer gleich sein: eine bunte Collage aus verschiedenen Einstellungen oder die entscheidenden Momente und Highlights – beides kann gelingen. Am besten, Sie setzen sich hin und verfassen ein kleines Drehbuch. Schreiben Sie auf, was wichtig ist, wer unbedingt im Film vorkommen muss, was die Highlights der Reise sein werden und welche Sehenswürdigkeiten Sie sich ansehen möchten.
Während des filmens nicht den Zoom verwenden
Regel Nummer 3: Kamerahaltung, Zoom und Stativ. Beim Filmen gilt: weniger ist mehr. Vor allem sollten Sie die Kamera ruhig halten und auf unnötige Schwenks verzichten. Das bringt Unruhe in einen Film. Bei (zu schnellen) Schwenks wird dem Zuschauer übel, die Kamera sollte generell nicht bewegt werden. Vor der Kamera passiert so viel – wenn die Kamera den richtigen Ausschnitt hat, muss sie gar nicht bewegt werden. Klar, bei einer Landschaftsaufnahme kann man schon mal schwenken. Aber nicht zu schnell! Filmt man Personen, sollte man das lieber bleiben lassen. Wichtig auch: Vermeiden Sie, während Sie eine Szene filmen, den Einsatz des Zooms. Das macht den Film unrund. Lieber einen Schnitt machen und eine Szene mit unterschiedlichen Zoomeinstellungen drehen. Nicht verkehrt ist auch ein Stativ. Viele Cams haben zwar einen Bildstabilisator mit an Bord, ganz vermeiden lassen sich aber Wackelaufnahmen deshalb noch lange nicht.
Auf Locationsuche gehen
Regel Nummer 4: Motivauswahl und Ortsbestimmung. Klare Aussagen und Motive lassen einen Film verständlicher werden. Wenn Sie etwa einen Film über Paris drehen, zeigen Sie dem Zuschauer zu Anfang, wohin die Reise geht: Machen Sie typische Überblicksaufnahmen und fürchten Sie sich nicht, klischeehafte Details auf den Film zu bannen. Auch ein Straßenschild, ein Autokennzeichen oder eine Landkarte erklären die Situation. Je mehr typische Details Sie aufnehmen, desto mehr Flexibilität haben Sie beim späteren Videoschnitt. Außerdem lockern diese Motive jede Reportage auf. Wichtig: Gehen Sie auf die Suche nach dem Ungewöhnlichen! Zeigen Sie auch Details oder Szenen, die man nicht erwartet. Filmen Sie auch nicht immer gleich los, sondern suchen Sie nach einem guten Standort. Wechseln Sie öfters die Perspektive. Ihre Bilder werden so spannender.
Weißabgleich, Fokus und Schärfe
Regel Nummer 5: Wir wollen Schärfe. Vor dem Einsatz sollten Sie Ihren Camcorder so gut kennen, dass Sie die Schärfe auch von Hand einstellen können; bei Gegenlicht oder schwachen Kontrasten dreht eine Automatik schon mal durch.Der Autofokus setzt auf die Bildmitte. Wenn das Bildmotiv nicht genau in der Bildmitte steht, kann die automatische
Aus dem Vollen schöpfen
Regel Nummer 8: Alles auf Band. Filmen Sie so viel wie möglich. Und zwar jedes Ereignis, das für den chronologischen Ablauf notwendig ist (Reisevorbereitung, Reise, Ankunft, Landschaft etc.). Filmen Sie auch jeden wichtigen Bestandteil des Urlaubs (Flughafen, Gepäck, alle Personen, die Mitreisenden, die neue Bekanntschaft, den Strand, die Stadt, die Bäckerei etc.) – herausschneiden kann man das immer noch, hinzufügen kann man aber nichts mehr.
Es werde Licht
Regel Nummer 9: Für gute Lichtverhältnisse sorgen. Achten Sie darauf, dass Sie nicht bei Gegenlicht oder bei Dämmerung filmen. Diese Filme können Sie in der Regel kübeln. Ist es zu dunkel, einfach eine Filmlampe verwenden. Bei Gegenlicht haben viele Cams schon eigene Modi, die das Licht ausgleichen.
Ran ans Motiv
Regel Nummer 10: Auf die Entfernung achten. Gehen Sie so dicht wie möglich, nie jedoch näher als 2 Meter an das Filmgeschehen heran. Näheres Herangehen bewirkt eine verzerrte Perspektive, das Ergebnis sind unästhetische Bilder.


